Wahl des 1. Hauptamtlichen Stadtrates in Pinneberg

Die Installation der Stelle eines hauptamtlichen Stadtrates hat in Pinneberg verschiedene Gemüter bewegt.
Am Anfang – also 2018 – hatte die SPD einen Antrag zur Schaffung einer solchen Stelle gestellt. Wir als Bürgernahe waren dafür. Im Ergebnis wurde der Antrag abgelehnt. Im Herbst kam die Bürgermeisterin aus der Deckung mit einer Strukturänderung in dessen Folge ein hauptamtlicher Stadtrat geschaffen werden sollte. Also alles wieder auf Kurs der SPD und der Bürgernahen. Alle Stellen der bisherigen Fachbereichsleiter sollten mit einem magischen Kürzel versehen werden – k. w., heißt, kann wegfallen. Das fanden wir insbesondere nicht wertschätzend für die noch zu leistende und geleistete Arbeit dieser Personen.

Dazu wurde die Hauptsatzung ergänzt und die Stelle ausgeschrieben.
Nachdem sich 19 Bewerber und Bewerberinnen auf die Stelle beworben hatten war ziemlich schnell klar wer das Rennen macht. Nachteilig war für den Prozess, dass sich kompetente Kandidaten und Kandidatinnen von der Bewerbung zurückzogen.
Und nun sollte der “Sack“ zugemacht werden ohne Wenn und Aber.

Aus unserer Sicht besitzt der Kandidat nicht die geforderte Erfahrung in Führung, fundierten Kenntnissen in der GemHVO-Doppik und im Bereich der Finanzen. Einzig ist seine Erfahrung im Wechsel von Arbeitsplätzen. Es lag in der Bewerbung kein Dienstzeugnis vor und die Tätigkeiten in seinen Wechselzeiten stimmen nicht mit den in der Stellenausschreibung genannten Anforderungen überein. Von den Befürwortern seiner Einstellung ist immer wieder das Todschlagargument „Digitalisierung“ zu hören. Davon war in der Ausschreibung mit keinem Wort die Rede.

Die Fraktion der Bürgernahen glaubt, wie die SPD auch, dass eine erneute Stellenausschreibung erforderlich und sinnvoll wäre. Alle Fachbereichsleiter sind von Alterswegen noch ein paar Jahre im Dienst. Daher verstehen wir auch die Eile der Besetzung nicht. Wir möchten auch kein kurzes Intermezzo des 1. Stadtrates in der Verwaltung, wie es mit der Citymanagerin geschehen ist, erleben.

Wir haben in der Ratsversammlung am 27. Juni 2019 gegen die Einstellung gestimmt.

Das klingt jetzt ein wenig wie ein Nachruf auf eine lebende Person, aber der bisherige ehrenamtliche 1.Srtadtrat Herr Seyfert hat in seiner gesamten Amtszeit eine hervorragende Arbeit zum Wohle der Stadt geleistet. Deshalb finden wir als Fraktion dessen „Abgang“ als eher unwürdig!

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